Wo eine Tür zuschlägt, öffnet sich vielleicht, hoffentlich, eine zweite. Die Landgemeinde Buttstädt ist jedenfalls von vornherein für ihr Vorhaben einer Sanierung und Neugestaltung der Sportanlage an der Lohstraße zweigleisig gefahren. Sie hat gehofft, von der sogenannten „Sportmilliarde“ des Bundes zu profitieren, und außerdem Landesfördermittel beantragt.

Seit etwa 14 Tagen, so Bürgermeister Hendrik Blose (CDU), stehe nun aber fest, dass sich aus dem „zig-fach überzeichneten“ Berliner Milliardentopf kein Cent nach Buttstädt verlaufen wird. Berit Thiel, Bauamtsleiterin der Landgemeinde, hat sich durch die Liste der Profiteure durchgearbeitet. Sie hat zwei Thüringer Vorhaben gefunden, die eine 45-Prozent-Förderung erhalten werden: die Erfurter Eissporthalle und die Geraer Radrennbahn.

Blose: „Wir können sofort loslegen“

Punkt. Haken dran. Weiter im Text. Denn mit einer Landesförderung über das Sportstättenprogramm (Förderquote 60 Prozent) sieht es günstiger aus. Diese Schlussfolgerung jedenfalls ziehen Blose und Thiel aus einem Besuch von David Möller. Der Staatssekretär für Sport und Ehrenamt und ehemalige Weltklasse-Rennrodler hat signalisiert, dass die Mittelvergabe sich „in der finalen Abstimmung“ befinde und er gute Chancen für das Buttstädter Vorhaben sehe. Mitte Juni sollte eine Entscheidung gefallen sein.

Sportplatzpläne
Vororttermin: Bürgermeister Hendrik Blose (2. von links) weist Sport-Staatssekretär David Möller (rechts) auf Schwachstellen der Bestandsanlage hin. Hinten Bauamtsleiterin Berit Thiel (links) und die KSB-Vorsitzende Anastasia Hirschleb). © Gemeinde Buttstädt | Juliane Horst

Möller war letzte Woche auf Kreisbereisung. Blose und Bauamtsleiterin Berit Thiel stellten die aktuellen Entwürfe vor. Das Plus, das Buttstädt dabei in die Waagschale werfen kann: Es gibt diese Pläne bereits. Das Vorhaben ist bis zur Leistungsphase 4 „angeschoben“. Zudem sind die erforderlichen Eigenmittel in den Haushalt eingestellt. „Kommt die Zusage, können wir quasi sofort loslegen“, sagt Blose.

„Wir warten jetzt auf den Bescheid“, sagt Blose. Komme der zeitnah, könnten die Ausschreibungen erfolgen und noch im Herbst vorbereitende Arbeiten (Abriss) erfolgen sowie im Frühjahr Baubeginn sein. „Die Planer haben mir versichert, dass alles innerhalb eines Jahres umsetzbar sein sollte“, so der Bürgermeister. Das liefe auf eine Fertigstellung im Frühjahr 2028 hinaus.

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Berit Thiel und Hendrik Blose mit der Planzeichnung. © Funke Medien Thüringen | Armin Burghardt

Der dringende Handlungsbedarf liegt auf der Hand. Die Sportanlage werde täglich intensiv genutzt, erfuhr Möller. Die Sophienschule (Grundschule) und die Regelschule „Professor Gräfe“, der SV Empor Buttstädt sowie andere Vereine und Einrichtungen bräuchten sie. „Besonders die südliche Sportfläche weist inzwischen erhebliche Schäden auf. Der Platz ist stark abgenutzt, uneben und erfüllt die Anforderungen an einen sicheren Sportbetrieb nicht mehr. Auch die Laufbahn sowie die Leichtathletikanlagen sind sanierungsbedürftig“, stellt die Gemeinde fest.

Drei Bauabschnitte: Einer ist schon fertig

Die Modernisierungspläne sehen ein modernes Kunstrasengroßspielfeld mit Laufbahn, Sprint- und Weitsprunganlagen, Kugelstoßbereich, Multifunktionsspielfeld sowie zusätzlichen Angeboten für Freizeit- und Individualsport vor. Barrierefreie Zugänge und inklusive Nutzungsmöglichkeiten sollen die Grundausstattung ergänzen.

Als sein „Herzensprojekt“ stellt Blose ausgerechnet die unscheinbarste und sicher auch preiswerteste Teilkomponente vor. Eine Bolzplatzwiese als Nachmittagstreffpunkt für Jugendliche sei ihm besonders wichtig. Für diese Altersgruppe gebe es in Buttstädt viel zu wenige Möglichkeiten, sich zu treffen. Die Wiese böte sich zudem für Veranstaltungen aller Art als Austragungsort an.

Aufgeschlossen zeigen sich die Buttstädter Verantwortlichen für eine Anregung Möllers. Der Ex-Olympiazweite (2010) und vierfache Weltmeister im Einsitzer ist begeistert von Padel-Tennis, einem Trendsport, der Squash und Tennis kombiniert. Da, wo diese Sportart angeboten werden könne, habe sie großen Zulauf, weiß er.

Auch das Sportlerheim soll umfassend modernisiert werden. Vorgesehen seien die Sanierung der Kegelbahn, die Modernisierung der Sanitär- und Umkleidebereiche, neue Heiztechnik sowie zusätzliche barrierefreie Einrichtungen, schildert Berit Thiel.

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Der neue Anbau am Sportlerheim. Entstanden sind neue Umkleideräume. © Funke Medien Thüringen | Armin Burghardt

Das Vorhaben startet auch nicht bei Null. Der erste von insgesamt drei Bauabschnitten ist schon umgesetzt. Mit einem Anbau wurden die Umkleidekabinen erweitert.

Was es kostet und wer zahlt

Die Bauabschnitte 2 und 3 sollen jetzt zusammen realisiert werden. Die Kosten werden auf rund 4 Millionen Euro kalkuliert. Den Löwenanteil von etwa 3,4 Millionen Euro verschlingen demnach Umgestaltung und Sanierung der Freiflächenanlage (2. Bauabschnitt). Günstiger kommt der 3. Bauabschnitt: Für die Sanierung des Sportlerheims sollen rund 600.000 Euro ausreichen.

Buttstädt hofft auf 2,4 Millionen Euro vom Land und 400.000 Euro vom Landkreis. 1,2 Millionen Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen.